Back to Varna

Mittwoch, 16.01.2019

Nach den Festtagsferien bin ich nun also zurück in Varna. Und in meinem Gepäck habe ich mehr als nur neue Klamotten dabei.

Unter anderem ein gebrochenes Herz, das mir jede Nacht Albträume beschert, wenn es mich denn schlafen lässt.

Wie ein dummer Teenager hab ich gehofft, dass er zum Flughafen gefahren kommt und mir sagt, dass er mich liebt und dass er seine Entscheidung bereut. Aber nichts... außer ein abgehacktes "Frohes neues dir!" 9 Tage nach Silvester als Antwort auf meinen liebevollen Neujahrsgruß um Punkt 00:00 Uhr an Silvester und meine Frage, ob mein Ex-Mitbewohner meine restlichen Sachen bei ihm abholen könnte.

Keine Fragen, wie es mir geht. Kein Interesse an dem Verlauf meiner Feiertage... einfach nichts. Als hätte ich nie existiert.

Ich versuche wirklich, seine Entscheidung zu verstehen... aber wenn ich so eine Bereicherung bin, wenn ich so toll bin und er das immer gesehen hat, warum muss ich dann aus seinem Leben gestrichen werden? Selbstzweifel nagen an mir...

Ich kann nicht lernen, mich nicht konzentrieren...mein Herz ist wund und geschwollen und es verdrängt mein Gehirn, das schweigend die Schmerzen erträgt als es gegen die Schädeldecke gepresst wird.

Ich will in der Zeit zurückfliegen, bevor ich in Varna war. Ich will den Gedanken vergessen, dass ich im Ausland studieren könnte. Ich will wieder glücklich sein. In Kiel. Mit meinen Freunden... mit ihm. Ich will wieder nach Rom reisen mit ihm. Ich will den Ort Varna nie gesehen haben. Ich möchte meine Fehler korrigieren.

Aber jetzt bleibt mir ja nichts mehr als das Studium. Es ist alles, was ich noch hab.  Ich kann nicht nach Kiel in die WG zurückkehren. Ich kann nicht zu ihm fliegen und mit ihm zusammen sein. Nichts.

Mein Leben wie ich es geliebt habe im vergangenen Sommer 2018 existiert nicht mehr. Ich war so glücklich letztes Jahr wie noch nie. Und nun bin ich aufgeschlagen in meiner neuen Realität. Meinen Albträumen ausgeliefert. Meine Ängste lähmen mich...

Auch eine Menge Enttäuschung ist mitgekommen nach Varna. Nun weiß ich, wer meine wahren Freunde sind. Wer die Menschen sind, die sich wirklich um mich scheren. Und es hat sich drastisch minimiert. Noch dazu an Stellen, an denen ich nicht damit gerechnet hatte. 

Ein riesen Dankeschön (a huge thank you to) an dieser stelle an Kathy, Luise, Klaas, Familie Spindelmann, Michi, Meno, Olsi, Constantin, Luca, Anja, Nils, Simon, Nicola, Pandi, Familie Böge, Melf, Pascal, Familie Jagusch, interessanterweise meinen Ex Palle, Alex, Nisa, Nikoletta, Marie, Sarah, Patrick, Lenny, Gul, Sari und Joony.  Ihr habt mich in den vergangenen Monaten aktiv unterstützt, oder mir euer Ohr geliehen, oder wart einfach für mich da. Auch wenn wir keine richtigen Freunde sind oder noch nicht sind. Dennoch: Danke! Das bedeutet mir wirklich viel. :) (Over the last few months you helped me actively, listened to me or were just there for me. Even though we are not actually friends or not yet. Anyways: Thank you! I really appreciate it :) ) ich hoffe, ich habe niemanden vergessen!

Die Lehre, die ich daraus ziehe, ist einfach: Man kann sich auf niemanden verlassen. Außer auf die Familie. (Die müssen einen nämlich mögen ?)

Heute, einen Tag nach meiner Rückkehr habe ich dann wie zu erwarten drei Prüfungen versaut. Was dazu führt, dass ich in den Semesterferien nicht nach Hause fliegen kann, weil ich zu den Retakes, das sind die Wiederholungen der Prüfungen, muss. Also heißt es jetzt 6 Monate Bulgarischer Albtraum bis ich wieder nach Deutschland zurück kann.

Ich hätte nie gedacht, dass ich ein anderes Land mal hassen würde... aber Bulgarien hat es echt geschafft. Es geht mir hier nicht gut. Ich bin hier extrem unglücklich. Und dazu hab ich nur mich. Und ich bin nicht gut darin, mich abzulenken.

Es tut mir leid, dass das hier kein super toller "juhuu ich bin im Ausland und alles ist super" Blog  ist.  Ich wollte nie ins Ausland außer für Urlaub. Ich bin nur hier, weil er gesagt hat, wir schaffen das. Und jetzt muss ich es schaffen.

Genau wie bei dem Jurastudium damals, haben mich schon mehrere Nachrichten erreicht von Leuten, die mich seit Jahren kennen, die alle gesagt haben, das hätten sie nie erwartet. Das passt gar nicht zu mir. Ich habe wirklich keine Lust und keine Zeit mehr, so zu tun als wäre alles in Ordnung. Also...Tja, ihr hattet Recht. 

Die nächste Prüfung ist in einer Woche (Physik) und ich weiß jetzt schon wie das endet...Retakes, hier komme ich!

Seht mir das Geheule nach. Ich habe gerade zuviel zu verdauen. Ich melde mich in einer Woche wieder. Mit ein bisschen Glück mit guten Nachrichten.

Im Anhang werdet ihr ein Bild von meiner Aussortierten Fotowand sehen. Es sind ein paar große Löcher entstanden und das sieht sehr traurig aus. Wenn ihr von euch noch Fotos habt und ihr mich ein bisschen aufmuntern und unterstützen wollt, sendet mir gern ein paar schöne Bilder von euch. Entweder per Post an die folgende Adresse oder auf mein Handy. Neben Besuch würde mich darüber sehr freuen :)

Adresse bekommt ihr, wenn ihr mich anschreibt.

Ich vermisse Dich, Deutschland. Mit all den Menschen, die ich lieb hab. Bis hoffentlich bald, Eure Anneka.❤